Reinhard Mey – Live (1971)

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FrontCover1Der Einhard Mey istt hier ein immer wieder gern gesehener Gast:

Reinhard Mey live ist das erste Livealbum des deutschen Liedermachers Reinhard Mey. Es erschien 1971 bei Intercord. Aufgenommen wurde es in Berlin. Von den 25 Liedern auf dem Doppelalbum sind fast alle von ihm getextet und komponiert. Ausnahmen sind die Lieder Das Canapé (Verfasser unbekannt) und Irgendwann, irgendwo (Musik: Louis Rey). Für die Tontechnik war Klaus Krüger verantwortlich.

Das Album vereint die größten Erfolge der bis dahin veröffentlichten Lieder. Die ersten Lieder verbindet er in seinen Ansagen mit dem „Versuch, ein Liebeslied zu schreiben“. Da ihm das nach eigener Einschätzung nicht gelingt, kann er jeweils einen neuen Versuch starten. Auch wenn sich die Darbietung der meisten Lieder eng an die Studioaufnahmen anlehnen, gibt es markante Abweichungen. So trägt er zum Beispiel Die Ballade vom Pfeifer deutlich schneller vor. Den „Schallplattentütenrückseitentext“ hat Reinhard Mey selbst verfasst, damit „zu allem Überfluß auch stimmen sollte, was da steht“. Er erläutert darin seine Motivation, Lieder zu schreiben und zu singen, um etwas zu erzählen, Stellung zu nehmen oder Freude zu machen. (Quelle: wikipedia)

1971 war ein wichtiges Jahr für Reinhard Mey. Er erhielt nicht nur seine erste Goldene Schallplatte für die drei ersten LPs, nein selbst in französischen Schulbüchern erscheinen Mey-Texte. Das ist schon erwähnens- und bemerkenswert !

Aufgenommen wurde dieses Doppelalbum am 12. Dezember 1970 in Berlinund mit ganz wenigen Ausnahmen (ein paar Playbacks gibt es) hören wir den Mey ganz allein …

Und ich musste schmunzeln, war er mir doch damals eher suspekt (und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. damals stand ich auf brüllend laute Rockmusik !) … während er mir heute ja sowas von sympathisch geworden it. Und amüsant ist er auch, und nachdenklich ist er auch, und poetisch ist er auch …

BackCover1

Besetzung:
Reinhard Mey (guitar, vocals)

Booklet

Titel:

LP 1:
01. Ich wollte wie Orpheus singen (Mey) 2.04
02. Das Canapé (unbekannt/Mey) 2.52
03. Das Lied von der Spieluhr (Mey) 2.54
04. Klagelied eines sentimentalen Programmierers (Mey) 2.31
05. Fast ein Liebeslied (Mey) 2.11
06. Ankomme Freitag den 13. (Mey) 3.21
07. Irgendwann, irgendwo (Rey/Mey) 1.40
08. Der Schuttabladeplatz der Zeit (Mey) 3.44
09. Christine (Mey) 2.46
10. Heute noch (Mey) 2.57
11. In meinem Garten (Mey) 3.05
12. C’etait une bonne année je crois (Ich denk’, es war ein gutes Jahr) (Mey) 2.32
13. Epitaph auf Balthasar (Mey) 4.30

LP 2:
14. Komm, gieß‘ mein Glas noch einmal ein (Mey) 3.33
15. Hauptbahnhof Hamm (Mey) 1.46
16. Die Ballade vom Pfeifer (Mey) 3.54
17. Abgesang (Mey) 2.45
18. Manchmal, da fallen mir Bilder ein (Mey) 2.58
19. Die Ballade vom sozialen Aufstieg des Fleischermeisters Fred Kasulzke (Mey) 3.00
20. Kaspar (Mey) 3.50
21. Abscheuliches Lied für abscheuliche Leute (Mey) 2.33
22. Approche ton fauteuil du mien (Lied zur Nacht) (Mey) 1.57
23. Vertreterbesuch (Mey) 2.04
24. Diplomatenjagd 3.01
25. Trilogie auf Frau Pohl (Mey) 4.33

LabelD1

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Reinhard Mey

 

Rudger Huber – Schuco Piccolo – Die Modelle von 1957 bis heute (2000)

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TitelOhne Schuco Modellautos … wäre wohl die männliche Jugend in den Nachkriegsjahren, zumindest hier in der alten „BRD“ um einiges ärmer gewesen:

Die Nürnberger Firma Schuco wurde im Jahre 1912 vom Werkzeugmacher Heinrich Müller sowie dem Kaufmann Heinrich Schreyer gegründet. Vermutlich war es das Zugeständnis an den Geschäftsmann Schreyer, dem die Firma ihren Namen verdankte. Schuco wurde zunächst als „Schreyer und Co.“ eingetragen. Der Firmennamen Schuco wurde erst im Jahre 1924, andere Quellen sprechen von 1921, übernommen, nachdem die Firma einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hatte und sich die Abkürzung „Schuco“ in der Bevölkerung längst eingebürgert hatte. Das „Sch“ stand hierbei für Schreyer, das „u“ für sowie das „co“ für Compagnon, in diesem Falle also Heinrich Müller.

Auch Heinrich Müller stammte, wie manch anderer Gründer von Spielzeugfirmen, aus der Talenteschmiede des damals wohl weltweit größten Spielzeugherstellers Bing. Die deutsche Spielzeugindustrie war war zu jener Zeit gewaltig im Aufschwung und so manch einer der vielen talentierten Tüftler nicht nur bei Bing dachte an die Gründung einer eigenen Firma. Es muss gewissermaßen Goldgräberstimmung geherrscht haben, sonst hätte es nicht derart viele Gründungen konzentriert im  Nürnberger Raum gegeben. Der Grund für den wirtschaftlichen Aufschwung lag einerseits gewiß an der allgemeinen Vorherrschaft der deutschen Industrie, aber auch an der sprichwörtlichen Qualität seines Spielzeugs. „Made in Germany“ wurde zu einem qualitativen Markenzeichen! Bing war der Konzern, der für die anderen Hersteller den Weg ebnete.  Der hochtalentierte Heinrich Müller wurde  im Jahre 1909 im zarten Alter von 22 Jahren bei Bing als sogenannter Mustermacher eingestellt. Die Gründung der eigenen Firma Schuco erfolgte nur drei Jahre nach seinem Arbeitsbeginn bei Bing. Schuco produzierte bis zum Beginn des ersten Weltkrieges vornehmlich Spielwaren aus Filz und Plüsch. Der Beginn des Krieges traf die kleine Firma hart. Kaufmann Heinrich Schreyer trat aus der Firma aus und Heinrich Müller stand ohne einen Finanzier da. Dieser fand sich ein Jahr später in 1919 in dem Textilkaufmann Adolf Kahn. Er wurde der neue Kompagnon von Heinrich Müller. Adolf Kahn wurde allerdings wegen seines Judentums nach Machtübernahme der Nazis politisch verfolgt und emigrierte im Jahre 1939 in die USA, wo er von New York aus allerdings weiterhin geschäftlich mit Heinrich Müller in Verbindung stand. Ich denke, dass er dort für das Amerika-Geschäft des Unternehmens sehr wichtig war.

KatalogDeckblatt1937

Katalog Deckblatt, 1937

Nach und nach geschah die Hinwendung zum Blech. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Plüschvogel „Pick Pick“ mit blechernem Aufbau zum Verkaufshit des anschließenden Jahrzehnts. Stetig expandierend, begann die Firma in den 30er Jahren mit nunmehr fast eintausend Mitarbeitern mit der Produktion von Blechspielautos. Besonders die Funktionsautos erregten weltweit Aufsehen. Diese Art, Blechspielzeug zu bauen, war absolut neu und sensationell. Das Spielzeug überzeugte zudem durch hohe Qualität und Stabilität, obwohl es zuweil aus Dutzenden von Einzelteilen bestand.

Noch im Jahre 1936 erschienen die ersten dieser Funktionsautos. Berühmt bis heute sind das 1936 erschienene Patent-Wendeauto 1001. Es besaß Uhrwerkantrieb und Chrombeschläge. Das Besondere an dem Auto war, dass es nie vom Tisch fallen konnte. Erreichte es eine Tischkante, so ermöglichte ein zusätzlich quer angeordnetes Rad bei Überstand der Vorderräder das nun seitliche Weiterfahren. Eine geniale Erfindung. das Wendeauto wurde bis 1952 hergestellt. Als Baukastenauto zum Selbstbau erschien ebenfalls im Jahre 1936 das Studio Schuco 1050, ein an Mercedes angelehntes Rennauto. Im Jahre 1938 erfreute das Fernlenk-Auto 3000 die Kinderzimmer. Es warb mit „Kein Knierutschen mehr bei allen Auto-Spielen“. Im selben Jahr kam das berühmte Examico 4001 auf den Markt; es besaß Rückwärtsgang, Leerlauf, Kupplung, Handbremse und Lenkradsteuerung. Weitere namhafte Funktionsautos der 30er Jahre waren das Schuco-Acustico 2002, das Garagen-Auto 1750, das Kommando-Auto und natürlich das Schuco-Radio-Auto 5000.
Die Firma nach dem 2. Weltkrieg

Viele der angesprochenen bewährten Typen wurden auch nach dem Ende des Krieges  weiterproduziert. Der wirtschaftliche Einbruch, bedingt durch den Weltkrieg, war bald überwunden. Im Jahre 1959 starb der geniale Hersteller Heinrich Müller. Sein Sohn führte anschließend in bewährter Manie den Betrieb weiter. Im Laufe der 50er Jahre kamen weitere Funktionsautos auf den Markt. Ich erwähne nur stellvertretend den Grand-Prix-Racer 1070, den Sonny 2005, das Mirako-Car 1001, den Höllenraser Fex 1111, der wilde Saltos schlagen konnte, den Magico 2008 oder den Combinato 4003. Schuco Radiant

Beispiel01Bei Allem muss man bedenken, dass die erwähnten Automodelle, auf welche wir noch detaillierter eingehen werden, sehr aufwändig gebaut und daher sehr kostenintensiv waren. Wie andere deutsche Blechspielzeughersteller, realisierte auch Schuco die zunehmende Tendenz zu billigerem Spielzeug vermehrt auch aus Plastik sowie die Fabrikation von Druckgussautos etwa von Matchbox oder Dinky Toys zu spät und konnten auf die neuen Marktänderungen nicht mehr rechtzeitig reagieren. Die Blechspielzeugproduktion musste daher Ende der 60er Jahre eingestellt werden. Man produzierte zwar noch die Piccolos sowie Druckgussreihen in den Maßstäben 1:43 und 1:87, aber für die Rettung der Firma war es zu spät. Nach dem Scheitern verschiedener Rettungsversuche übernahm der englische Konzern DCM die Restbestände; viele Originalformen der berühmten Automodelle wurden zur Schrottpresse gegeben. Der Firmensitz war nun für einige Zeit in Aschaffenburg, bevor Schuco im Jahre 1980 von Trix-Gama-Mangold übernommen wurde und nun in Fürth ansässig war. Unter Trix-Gama-Mangold begann man die Produktion von Replicas der erfolgreichen Modellreihen. Schuco Radiant OKTSchuco-Spielzeug steht bei Sammlern hoch im Kurs, seien es die berühmten Original-Modelle oder auch die Replica oder auch die verschiedenen Druckgussmodelle. Nachdem die Trix-Mangold-Gruppe im Jahre 1996 von Märklin übernommen wurde, agierte Schuco von da an bis 1999 wieder als selbständige Firma. Im Jahre 1999 wurde Schuco in die  Simba Dickie Group mit Sitz in Fürth eingegliedert. (Quelle: sammeln-sammler.de)

Und einer der sich mit dieser Materia wahrlich exzellent auskennt, ist wohl Rudger Huber, der selbst ein famises Geschäft für altes Blechspielzeug betreibt. Und von ihm stammt auch dieses nicht minder exzellente Buch (3. Auflage), das sich ausschließlich mit den „Schuco Piccolo“ Autos, die ab 1957 produziert wurden, beschäftigt.

Unglaublich, mit welcher Akribie hier all die Modelle präsentiert werden, und dass Sammler irgendwo einen Hau weg haben (meine Frau Gemahlin kann da ihr ganz eigenes Lied singen !), hier kann man ausführlich studieren. Und bei den genannten Preisen kann man nur mit den Ohren schlackern …

Und von daher ist dieser Katalog für all die jung geblieben Buben ein wahres Paradies … und die Mädchen dürfen schmunzeln, ob der kindlichen Freude, die einen überkommen kann, beim blättern durch dieses Buch, zumal es auch eine ausführlichen geschichtlichen Überblick über diese Modellserie enthält.

Und so etliche der Modelle waren Auftragsarbeiten für diverse Museen, Kfz_Herstellern und diversen anderen Unternehmungen … natürlich mit den jeweiligen Firmenaufschriften.

Nachdem das Buch im Querformat ein wenig über das klassische DIN 4 Format hinausgeht, fehlen bei den scans jeweils immer ein wenig von den Randbereichen … ist halt so, trübt aber die Freude eigentlich nur unwesentlich.

Und jetzt ab zur üppigen Vorschau:

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Mireille Mathieu – Roma, Roma, Roma + Mon Pere (für meinen Vater) (1973)

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FrontCover1Und nun eine weitere Single von dem „Spatz aus Avignon“ … bei der ich ebenfalls (wie bei so etlichen ausländischen Sänger/Sängerinnen), dass sie hier unter Wert verkauft wurde …

Diese Single wurde wohl auch eigen für den deutschen Markt prodiuziert und mit „Roma, Roman, Roma“ wird halt die Stadt Rom als genial fasuzinierende Stadt für die Liebe hymnisch besungen … na gut.

Überraschenderweise gibt es von diesem Bruhn/Buschor Titel auch eine italienische Fassung … dort werden aber als Autoren C. Bruno und S. Jurgens ausgewiesen …sehr rätselhaft (diese Fassung habe ich meinem Päckchen auch noch beigelgt)

Mit der B-Seite verhält es sich bei mir ein wenig anders … denn ich als romantischer Bursch werd da doch ganz weich …

… denn Mireille Mathieu besingt hier (natürlich idealisierend) ihre Liebe zu ihrem Vater … Nun ja, und wenn man dann 2 Töchter hat, sich im klaren ist, dass das Vaer-Toch´ter halt schon was besonderes ist, na ja dann wird´s einem wie mir ganz warm ums Herz … und dann wünscht man sich, dass die eigenen Töchter auch so warmherzigen Gefühle für den Vater haben …

Neulich schrieb mir eine Tochter „Ach Papa, du bist ein Klugscheißer“ oder aber auch „Ach Papa, du bist ein Unikat“ …was sie damit wohl meint ?

Und um der Rührseligkeit noch zu toppen, habe ich einen Videoclip von diesem Lied beigelegt …

Aber nun ist´s genug !

 

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Mireille Mathieu wurde 1946 in ärmlichen Verhältnissen in Avignon geboren. Die Eltern Roger Mathieu (1920–1985), ein Friedhofs-Steinmetz und Marcelle-Sophie Poirier (1921–2016) bekamen 13 weitere Kinder; Frankreichs ehemaliger Staatspräsident Charles de Gaulle übernahm im Mai 1967 die Patenschaft des jüngsten. Ihren ersten Gesangsauftritt hatte sie im Alter von vier Jahren in einer Mitternachtsmesse. Sie verließ die Schule ohne Abschluss, da sie ab 1960 als Hilfsarbeiterin in einer Konservenfabrik für das Auskommen der Familie mitarbeiten musste (Quelle: wikipedia)

Besetzung:
Mireille Mathieu (vocals)
+
Unbekanntes Orchester

BackCover1

Titel:
01. Roma, Roma, Roma (Bruhn/Buschor) 3.17
02. Mon Pere (für meinen Vater) (Bruhn/Buschor) 3.07
+
03. Roma, Roma, Roma (Bruno/Jurgens) 3.10
04. Mon Pere (für meinen Vater) (Bruhn/Buschor) (Videoclip)

LabelB1

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Edward Reekers – So schmilzt der Winter + 3 (1996)

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FrontCover1Ich will ja kein Spielverderber sein, aber es hilft ja auch alles nichts … der Sommer geht dem Ende zu und so sollten wir uns alle schon mal mental auf die kühleren Jahreszeiten, die vor uns liegen, vorbereiten.

Und wir würde das wohl besser gelingen, als mit einem Winter-Song, dem man jene gnadenlose Ohrenwurm-Funktion einfach nicht absprechen kann.

Klar, den Song kennt man eigentlich all „So schmeckt der Sommer“ … und dieser Song war in den 90er Jahren als Langnese Werbemelodie so erfolgreich (meine Tochter trällert ihn noch heute … ), dass man flugs dann auch den Winter-Hit „komponiert hat … Statt Sommer Winter und statt schmeckt, schmilzt singen und fertig ist die Kiste !

Gesungen wurde dieser Song von dem Niederländer Edward Reekers, und man lese und staune, der begann seine musikalische Karriere als Sänger der ProgRock Band „Kayak“::

Edward Reekers (* 25. Mai 1957 in Hengelo, Provinz Overijssel) ist ein niederländischer Musiker, der sich zunächst als Sänger der Artrockband Kayak und später als Solist einen Namen machte. Seine Stimme wurde auch durch diverse Werbespots bekannt, in Deutschland vor allem durch das aus der Langnese-Werbung stammende Lied So schmeckt der Sommer aus dem Jahr 1995.

Reekers Vater war zunächst Eisenbahner, später Stadtrat und Bürgermeister. Seine Mutter war Hausfrau. Außerdem hat er einen älteren Bruder namens Martin. Bereits in jungen Jahren entdeckte Edward Reekers sein Interesse für Musik. Er spielte zunächst Maultrommel und begann bereits im Alter von drei Jahren mit dem Singen. Mit zehn Jahren bekam er seine erste Gitarre von seinem Bruder und brachte sich das Spielen selbst bei. Dabei spielte er als Linkshänder auf einem Instrument für Rechtshänder, also verkehrt herum. In dieser Zeit schrieb Reekers das erste eigene Lied, Flower Girl, und nahm Klavierunterricht.

EdwardReekers

Edward Reekers

Weil sein Vater dort Bürgermeister wurde, zog die Familie während Edward Reekers’ zweitem Highschooljahr nach Berkel en Rodenrijs. Es folgte der Wechsel aufs Laurenscollege Rotterdam, wo Reekers Mitglied der Schulband wurde, zunächst als Gitarrist, später auch als Keyboarder, Schlagzeuger und Sänger. Die Gruppe nannte sich „Suzy Cream Cheese“ (nach einem Lied Frank Zappas) und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer erfahrenen Popband, die auch außerhalb der Schule auftrat und Lieder von Yes und anderen Bands im Repertoire hatte.

Nach einigen Umbesetzungen und Reekers’ Schulabschluss, begann er in Delft ein Deutsch- und Englisch-Studium, um Lehrer zu werden. Die Band wurde in „Tacit“ umbenannt und nahm Mademoiselle Michelle, die erste eigene Schallplatte auf. Mit zwei Freunden entstanden Demoaufnahmen, die Reekers an die Band Kayak, deren Fan er war, schickte. Nach einem Vorspiel wurde er neuer Sänger dieser Gruppe und nahm bereits an den Aufnahmen zum 1978er Album Phantom of the Night teil. 1981 verließ er die Formation wieder und wurde zunächst Hausmann, während seine Frau als Arzthelferin arbeitete.

Durch die Sängerin Jody Pijper (Stars on 45) und den Sänger und Bassisten Pim Roos bekam Reekers erste Jobs als Backgroundsänger, u.a. für Lee Towers. Außerdem sang er Werbespots und Jingles, z.B. für SkyRadio. Reekers war auch Mitglied der Begleitband der niederländischen Singer-Songwriterin Nadieh, mit der er für eine Open-Air-Show sogar bis Japan reiste. Es folgte ein Vorsprechen für die Cartoon-Serie The Bobobops, in der er die beiden Hauptrollen sprach.

Später synchronisierte er viele Serien und Filme und übernahm auch Regieaufgaben. Er war z.B. für die niederländischen Fassungen der Harry-Potter-Filme verantwortlich. 1998 sang Reekers das Introlied des Films The Lion King II: Simba’s Pride und übernahm den Leadgesang bei Tarzan 2. 2004 kehrte er, zunächst als Vertretung für Bert Heerink, dann als festes Mitglied zu Kayak zurück. 2008 erschien das dritte Soloalbum Child of the Water. Im Januar 2015 gab die Band auf ihrer Webseite bekannt, dass Reekers Kayak erneut verlässt. (Quelle: wikipedia)

Nun denn … warten wir also alle gespannt auf die neuesten Winderkreationen von Eis … mit Zimt und Mandeln  … hmmmmm

WinterEis

Besetzung:
Edward Reekers (vocals)
+
eine handvolle unbekannter Studiomusiker

BackCover1

Titel:
01. So schmilzt der Winter (Radio Version) 3.34
02. So schmilzt der Winter (Extended Version) 4.03
03. So schmilzt der Winter (Karaoke Version) 3.44
04. So schmilzt der Winter (Commercial Version) 0.47

Musik + Text bei 01. – 03.: (Wunderlich/Eggermont/Schwingeler/SchoenMaas/Nissen)
Spezialtext bei 04.: Bosse

CD1* (demnächst)
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Alex (Oriental Experience) – Alex (1972)

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FrontCover1Er war wohl das, was man gemeinhin als Wanderer zwischen den Welten beschreibt … Der Alex Wiska aus Köln …

Und er machte mächtig Eindruck auf alle, die willens waren … auch mal abseits des mainstreams die Ohren aufzusperren.

Und so gab es jede Menge Nachrufe, als dann leider, leider, im Jahre 2011 verstarb.

Nachdem Alex Wiska ab 2005 aufgrund einer Krankheit seinen schier unermüdlichen Drang, live auf der Bühne sein Können zu präsentieren, für die nächsten drei Jahre aussetzen mußte, trat er wieder ab 2009 auf mit seiner bekannten Band Alex Oriental Experience, und zwar mit Ufo Walter, eigentlich Uwe Friedrich Otto Walter,  am Bass und Manni von Bohr am Schlagzeug. Aber schon zwei Jahre später verstarb dieser große Ausnahmemusiker am 03. März 2011 an den Folgen einer Krebserkrankung im Alter von 60 Jahren.

Der gebürtige Kölner Alex Wiska spielte schon als Elfjähriger Gitarre und gründete 1964 seine erste Band namens Famous Four, also zu Zeiten als die Beatles langsam aber sicher ihre Weltkarriere starteten. So war es ziemlich naheliegend für ihn, schon zwei Jahre später sich zur Kölner Beatband Playboys als Gitarrist zu gesellen. 1967 veröffentlichten sie immerhin die Single „Ombächli“. Alex Wiska vertiefte sein Gitarrenspiel, in dem er 1968 am Musik Konservatorium Köln für zwei Semester „Gitarre“ studierte. Im darauffolgenden Jahr hielt ihn nichts mehr, er begab sich auf die Suche nach neuen Herausforderungen, um in New York in der Clubszene zu spielen. Anschließend zog es ihn nach Ibiza, wo er zusammen mit seinem Freund Uli Hundt, der später 1976  die Politrock-Anarcho-Clown-Band Schroeder Roadshow gründete, um dort die deutsch/spanische Band Sweet Stoned zu gründen. 1970 begab er sich in die Türkei und spielte für die nächsten zwei Jahre mit Cem Karaca zusammen, der als bedeutendster Vertreter der Anadolu-Rockbewegung galt. Die Beiden spielten bei der Popband Kardas,lar. Immerhin erhielten zwei seiner Songs eine goldene Schallplatte. In jener Zeit entdeckte Alex das türkische Folklore-Saiteninstrument: Saz. Es galt auch als ein Begleitinstrument anatolischer oder kaukasischer Barden. Der türkische Poet und Saz-Spieler As‚?k Mahzuni S,erif war sein Lehrer. Zunächst elektrifizierte er die Saz mit Tonabnehmern, um dann im Jahre 1998 sein erstes eigenes Instrument daraus zu entwickeln, welchem er den Namen STIL gab.

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Mit der Kölner Rockband Can wurde Alex schließlich in Deutschland bekannt

1972 traf er die Musiker der schon vier Jahre lang agierenden Rock- oder auch Kraut, bzw. Psychedelic-Rockband Can, den Schlagzeuger Jaki Liebezeit,  den Keyboarder Irmin Schmidt sowie den Bassisten Holger Czukay. Diese produzierten Alex Wiskas erste LP für Ariola mit dem einfachen Titel „Alex“. Es folgte zwei Jahre später die LP „That’s The Deal“.

Von 1976 bis 1980 tourte er allein quer durch Deutschland und Europa, wobei ein Rhythmusgerät seine Begleitung war. Dabei spielte er in jährlich 100 Konzerten als Vorprogramm für Bands wie Roxy & Elsewhere Band, deren Frontmusiker Frank Zappa wohl eher bekannt sein sollte, Maggie Bell, Steppenwolf, Bad Company, Sparks und Stone the Crows.

Schließlich gründete Alex Wiska die eigene Schallplattenfirma Wiska Records. Zusammen mit seiner ersten festen Live-Band Alex Oriental Experience wurde „Album Live!“ aufgenommen, am Bass Horst Stachelhaus und am Schlagzeug Manni von Bohr. Der Bassist Horst Stachelhaus der deutschen Rockgruppen Message und der wohl bekannteren Birth Control verstarb am 20. Mai 1999 nach langer Krankheit. Von 1980 bis 2009 produzierte Wiska 25 Alben, war live im Rockpalast und in Rock Life zu sehen, aber auch in verschiedenen Fernsehshows. Am 18. Dezember 2010 fand sein letztes Live-Konzert im Schaustall/Langenfeld vor ausverkauftem Haus statt.

Alex Wiska03

Was zeichnete diesen einzigartigen Musiker aus?

Kein anderer verstand es, die türkisch-orientalischen Klänge so hervorragend auf die Bühne zu zaubern wie Alex Wiska. Der auch „Türk Rock Alex“ benannte Musiker schaffte es stets, sein Publikum vortrefflich zu berühren, in den Bann zu ziehen. Viel Blues, manch Boogie- aber auch Funk-Klänge sowie Meditatives brachten die entscheidende Würze im Klangbild von Alex Wiska. Titel wie „On the road again“, „Billy McGraw“, „Into the Sun“, “Message to you all”, “Turkish an American Blend”, “Red Dress” sowie “Sad and lonely” sind unvergessliche Zeugnisse seiner Liedkunst, liebe Leser. Hören Sie einfach mal rein, bei YouTube werden Sie ebenso fündig werden. (Lotar Martin Kamm)

Hier sein Debutalbum, im Allgang eingespielt (er hatte allerdings mit cem Can Musiker Holger Czukay einen famosen Produzenten an seiner Seite !) und bereits hier wird seine magische Faszination hör- und erlebbar …

Wer´s nicht glaubt, sollte mal reinhören.

Inlet1

Besetzung:
Alex Wiska (guitar, baglama, bass, percussion, shanai)

BackCover

Titel:
01. Patella Black 3.43
02. Ekmekh 5.47
03. Turkish Tune 4.07
04. Big Boss Smile 4.06
05. Derule 2.54
06. Monroe Song 2.28
07. Silent Farewell 3.16
08. Anatoly Highway 2.48
09. Tales Of Purple Sally 7.32

Musik: Alex Wiska
Texte: Ulrich Hundt

LabelB1

 

* (demnächst)
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Alex Wiska01

12 November 1950 in Dattenfeld – 03. März 2011, in Siegburg

Bobo und Herzfeld – Liederseelen (2013)

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FrontCover1Jetzt mal wieder was aus der Rubrik „was ganz exquisites“ !
Als 1990 die Band „Bobo in White Wooden Houses“ auftauchte, hatte es die erste ostdeutsche Indie-Pop-Band geschafft, im gesamten Bundesgebiet Aufmerksamkeit zu erregen. Das ist mittlerweile Geschichte – Bobo ist immer noch da. Ihr musikalischer Partner ist heute der hallesche Musiker Sebastian Herzfeld. Mit ihren Liedern von Liebe und Tod gewannen die beiden 2008 den Weltmusikpreis RUTH. Das aktuelle Programm wandelt auf den Spuren der Romantik – eine Epoche, die insbesondere Mitteldeutschland stark geprägt hat.

„In der Nacht, die die Bäume mit Blüten deckt, / Ward ich von süßen Gespenstern erschreckt“: Conrad Ferdinand Meyers Gedicht Liederseelen gibt den Kammerton vor für einen einfühlsamen und dennoch ausdruckstarken Mix aus Folk, Pop und Jazz. Gedichte von Friedrich Rückert, Conrad Ferdinand Meyer oder Joseph von Eichendorff folgen. Bobo singt diese Lieder mit berührender Schlichtheit, während die Multiinstrumentalisten Sebastian Herzfeld mit präpariertem Klavier, Harmonium, Metallgerätschaften und der experimentierfreudige Theatermusiker Yegor Zabelov aus Minsk einen schillernden Soundtrack zu diesen „Liederseelen“ auf der Bühne orchestrieren. Denn jedes Lied hat eine Seele – und manchmal wird sie wiedergeboren. (Quelle: theater-augsburg.de)

Herzfeld und Bobo

Herzfeld und Bobo

Soweit, so gut … aber wer sind nun „Bobo und Herzfeld“ ?

Bobo wuchs in Sachsen Anhalt als Tochter eines Pfarrers und einer Kirchenmusikerin mit Kirchenmusik und Liedern der Romantik auf. Später studierte sie in Weimar Gesang und zog dann nach Berlin, wo sie ihre Band Bobo in White Wooden Houses gründete, die mit ihrem melodiösem Alternative Pop bald bekannt wurde. Zahlreiche Konzerttourneen, weitere Alben und Kollaborationen mit verschiedensten Künstlern gaben ihrer stimmlichen Vielseitigkeit immer wieder neuen Ausdruck, international ist vielen ihre Stimme als Rammsteins Engel bekannt. In den letzten Jahren entdeckte sie ihre Liebe für deutsches Liedgut, mit dem sie auf sehr eigene Weise eine Brücke ihren musikalischen Ursprüngen schlägt.

Der aus Halle/Saale stammende Sebastian Herzfeld lernte als Kind mehrere Instrumente und spielte schon bald in verschiedenen Jazzbands. Später studierte er an der Berliner Musikhochschule Hanns Eisler Bass. Im Zusammenspiel mit Musikern der internationalen Jazz und Weltmusikszene entwickelte er seine Leidenschaft für fremde Klänge und ungewöhnliche Rhythmen. Im Laufe der Zeit wandte er sich dann immer mehr der Komposition von Theater – und Filmmusik zu. Als jahrelanger musikalischer Leiter des Schauspielhauses in Halle und als Gast an vielen Theatern Deutschlands, u.a. in Bochum, Düsseldorf und dem Berliner Ensemble, komponierte er zahlreiche Schauspielmusiken, die von seiner ständigen Suche nach ungewöhnlichen Klangfarben, z.B. die seines präparierten Klavieres, geprägt sind.

Bobo und Herzfeld verbindet eine jahrelange musikalische Freundschaft, die einst in einer Band in Halle begann und sich viele Jahre später zu dem gemeinsamen Herzensprojekt „Lieder von Liebe und Tod“ entwickelte, bei dem die beiden Musiker ihre musikalischen Wurzeln ausgruben und Volkslieder und Texte der Romantik neu vertonten, für das sie 2008 den Deutschen Weltmusikpreis bekamen. (Promotext)

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Tja und nun zu diesem Album …

Diese CD muss man ganz vorsichtig in den Player einlegen, sonst zerbröselt die Musik darauf. Sängerin Bobo und Pianist Sebastian Herzfeld haben Volkslieder und Gedichte von Conrad Ferdinand Meyer und Friedrich Rückert vertont und dabei viel Herzblut und Eigensinn in die Produktion einfließen lassen. Das präparierte Piano von Herzfeld lässt die Musik oftmals klingen, als sei sie unter Wasser eingespielt worden, gern benutzt er auch das Harmonium, dann klingt es nach den Soloplatten von Nico aus den 1970er Jahren, die ja auch gern deutsch gesungen hat. Hier und da kommen Streicher ins Spiel – und dass Bobos Stimme diese zarten Texte auch alleine tragen könnte, steht dazu überhaupt nicht im Widerspruch. „Über den Wipfeln des westlichen Haines winket uns freundlich der rötliche Schein“ heißt es in „Auf dem Wasser zu singen“ von Leopold Graf zu Stolberg, das Herzfeld mit ein paar dräuenden Klängen schlicht, aber wirkungsvoll eingerichtet hat. Gern lässt man sich von diesen traumverlorenen Klanggespinsten einhüllen …  (Quelle: Jazzthing, Februar/März 2013)

Und ich ergänze ganz einfach mal: phänomenal … diese CD löst Schwingungen in mir aus …  von denen ich noch gar nichts wußte …

Oder: ganz einfach: it´s magic !

Bobo02

Besetzung:
Bobo (vocals)
Sebastian Herzfeld (piano, harmonium, accordeon, trumpet, metal instruments)
+
Katharina Brandt (violine)
Hayden Chisholm (saxophone, flute)
Gerald Manske (violoncello)
Ekkehard Neumann (bass)

Booklet04A
Titel:
01. Der irre Spielmann (v.Eichendorff/Herzfeld) 4.16
02. Zum Lachen (Traditional/Herzfeld) 2.23
03. Liebestreu (Reinick/Bobo) 4.42
04. Liederseelen (Meyer/Bobo/Herzfeld) 3.02
05. Sperber (Traditional) 3.15
06. Wisst ihr wo ich gerne weil (Robert/Mendelssohn-Bartholdy) 5.11
07. Auf dem Wasser zu singen (Stolberg/Herzfeld) 4.11
08. Ich bin der Welt abhanden gekommen (Rückert/Bobo) 2.52
09. Seufzend sprach ich zu der Liebe (Rückert/Herzfeld) 3.34
10. Herbsthauch (Rückert/Herzfeld)  2.06
11. Jetzt rede du! (Meyer/Bobo) 1.58

CD1* (demnächst)
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Da fehlen einem die Worte (1): Bank dreht 82-Jähriger Lebensversicherung an: Erspartes weg

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HypoBankMünchen

HypoVereinsbank-Filiale am Promenadeplatz in München

Wie sagte schon Bert Brecht:

 

Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? (aus der Dreigroschen-Oper).

Folgender Artikel aus dem Münchner Merkur macht einen doch nun wirklich sprachlos:

„Eigentlich wollte Else Reindel nur ein Konto eröffnen. Doch stattdessen drehte ihr die Bank eine Sofortrente an. Nun kommt die Seniorin nicht mehr an ihr Erspartes.

Else Reindel wollte eigentlich nur ein Konto eröffnen – und bekam von ihrer Bank am Ende eine für sie völlig unsinnige Lebensversicherung angedreht. Nun kommt die 82-jährige Freisingerin nicht mehr an ihr Erspartes heran! Aus einer gut situierten Rentnerin wurde so eine alte Dame, die jeden Cent umdrehen muss, um über die Runden zu kommen.

Seit rund zehn Jahren ist Else Reindel Kundin bei der HypoVereinsbank, wie zuvor schon ihre Eltern. „Das war mal eine ordentliche Bank – bis die Italiener sie übernommen haben“, so die 82-Jährige heute. Den Löwenanteil ihres Vermögens, 100.000 Euro, hatte die Rentnerin bislang in Liechtenstein angelegt, in Schweizer Franken.

Weil ihr Liechtensteiner Bankberater aufgehört hat, wollte sie dieses Geld nun nach München transferieren. Dafür musste sie ein Devisenkonto eröffnen und fuhr im Oktober 2014 zur HypoVereinsbank-Filiale am Promenadeplatz in München. „Der Berater von der Bank hatte keinen Auftrag von mir, Geld anzulegen“, so die rüstige Seniorin zur tz. Als sie das nächste Mal Kontoauszüge am Automaten holt, stand da aber: Lebensversicherung. „Dann dachte ich, was für eine Lebensversicherung, du hast doch keine Lebensversicherung abgeschlossen, was soll denn das?“, wird Else Reindel vom BR zitiert, der als Erstes über den Fall berichtete.

Als sie nachbohrte, erfuhr die 82-Jährige, dass sie eine Lebensversicherung über 100.000 Euro abgeschlossen habe. Das heißt: Sie bekommt monatlich eine „Sofortrente“ in Höhe von 680 Euro. Über ihre 100.000 Euro darf sie aber nicht mehr verfügen! „Ich bin privat krankenversichert, dafür geht fast meine ganze Rente drauf“, so die Freisingerin verzweifelt. „Ich habe jetzt Probleme, überhaupt noch über die Runden zu kommen.“

Sascha Straub, Referatsleiter Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Bayern, hält Sofortrenten für über 70-Jährige generell für unsinnig, weil sie nicht mehr viel Lebenszeit vor sich haben und das Kapital dann gebunden ist.

Die 82-Jährige beteuert, sie habe geglaubt, nur die Unterlagen für die Eröffnung eines Devisenkontos unterschrieben zu haben. „Wir saßen im dunklen Tresorraum, ich habe das kaum lesen können“, erzählt sie der tz. Aber offensichtlich hatte sie sogar noch einen Verzicht auf ihr Widerrufsrecht unterschrieben – eine laut Verbraucherschützer Straub zwar legale, aber „grenzwertige“ Methode.

Else Reindel

Else Reindel

Die HypoVereinsbank ist nicht bereit, das Geschäft rückgängig zu machen. Auf Anfrage der tz erklärte die Bank lediglich, „dass wir uns aufgrund des Bankgeheimnisses zu einzelnen Kunden nicht äußern können“.

Else Reindel legte Beschwerde bei der Bankenaufsicht Bafin ein – doch die bestätigte die Rechtmäßigkeit des Geschäfts.

Die zunehmend verzweifelte Seniorin setzt ihre letzte Hoffnung jetzt auf den Verbraucherschutz Bayern, der prüft, welche rechtlichen Möglichkeiten sie hat. Denn aus Sicht der Verbraucherschützer ist es durchaus kein Einzelfall, dass Senioren unpassende Produkte aufgedrängt werden, auch um hohe Provisionen zu kassieren.

Else Reindel jedenfalls rät allen Senioren: „Niemandem vertrauen, immer sagen: Das will ich erst in Ruhe durchlesen!“ (Klaus Rimpel, Münchner Merkur, 24.08.2016)